Kategorie: Hofgeschehen
Wo Sie die Sau rauslassen
Die LandWert Freilandschweine dürfen zeit ihres unbeschwerten Lebens an der frischen Luft sein und frei Schnauze tun und lassen, was sie wollen. Dabei wachsen sie peu à peu zu den besten Lieferanten für feinstes Fleisch und würzige Würste heran.
Was für ein Morgen! Vorn am Ufer, dort wo die Pappeln und Birken stehen, taucht rosarot die Sonne aus dem Bodden. Hoch am Himmel düsen Kraniche über Feld und Flur. Die Luft ist frisch, rein und voll vom Lied der Lerchen. Inmitten dieser Idylle spazieren zehn Freilandschweine und grunzen unbekümmert in den Tag. Solange, bis am Rand ihrer Weide der Mann vom LandWert Hof auftaucht.
Er begrüßt die Horde und bringt sie zum Stall. Kein Schwein ahnt, dass es morgen um Kopf und Kragen geht. Wie auch? Genossen doch alle bislang ein fröhliches BIO Landleben. Sie spielten und rauften, rannten um die Wette und wühlten im Schlammassel. Nach fast einem Jahr endet aber nun mal das Leben fast jeder Ökosau. Immerhin: Damit leben sie deutlich länger als ihre Artgenossen, die auf Spaltenböden, bei Kunstlicht oder mit Turbomast ihr kümmerliches Dasein fristen.
Es ist jetzt acht Uhr in der Früh’. Die Seelen der Sauen sind im Himmel, ihre Körper hängen in Hälften an Haken. Metzgermeister Frank Peper und seine fünf Kollegen beginnen, die Tiere zu zerlegen. Schulter, Nacken und dicke Rippen für duftende Braten. Die Hinterläufe für würzige Schinken. Filets, Lachse und Rippchen für saftige Überraschungen. Aus dem Rest, gut vierzig Prozent, machen sie Wurst. Alles muss schnell gehen: Die Arbeit soll binnen vier Stunden erledigt sein. Nur so kühlt das Fleisch nicht aus, nur so braucht es nicht zusätzlich mit Phosphat versehen werden, das Wasser mit Fett bindet. Solche „Warmschlachtungen“ gibt es bundesweit kaum mehr. Der LandWert Hof gehört somit zu den wenigen Ausnahmebetrieben in ganz Deutschland, die noch nach alten Traditionen schlachten.
Damit die gut 30 verschiedenen Wurstsorten auch geschmacklich begeistern, nimmt sich das Team viel Zeit und überzeugt durch handwerkliches Geschick sowie Liebe zum Detail – ob beim Seeluftschinken, der Walnuss-Salami oder der Bratwurst mit Feta und Bärlauch. Das Rezept dazu hat Frank Peper für ein großes 4-Sterne-Hotel in Kühlungsborn kreiert. Die Köche wollten eine BIO Bratwurst, die zum Frühsommer passt. Käse und Kräuter sollten im Brät sein. Frank Peper und seine Crew bastelten an vielen Varianten. Dann, nach vier Wochen und zig Verkostungen, stellten sie ihr neues Produkt vor. Die Hotelköche und später auch die Kunden auf dem LandWert Hof waren begeistert. Diese Bratwurst zählt bis heute zu den Rennern im Restaurant.
Doch nicht nur die Metzger haben ihren Anteil am Erfolg der LandWert Metzgerei. Es sind vor allem die Freilandschweine, Weiderinder und Schafe, die in Vorpommern ihr Frischluftleben genießen. Solange, bis der Mann vom LandWert Hof kommt.






























